Über die Entstehung eines Bildes:
“Giselas Welt”
Text von Irmgard (Meyers) Gelletly

Nach dem plötzlichen Tod Mutters im September 2005 war mein Vater so deprimiert, dass er lange nicht malen konnte. Erst allmählich wurde dieses Geschehen bewältigt. „Giselas Welt“ mag dazu beigetragen haben. Für mich geschieht in dem Bild ein Wiederbesuch und eine Vertiefung dieser Herzensstelle.

Abbildungen 1-3 liegen dem Gemälde “Giselas Welt” mit zugrunde:

Abbildung 1 zeigt meine Mutter, 26jährig, so wie ich mich aus meiner
frühen Kindheit an ihr Aussehen erinnere. Sie war das Herz unserer Familie.

Abbildung 2 war ein Geschenk meines Vaters für sie zum Anlass ihrer Diamantenen Hochzeit im Jahr 2002, als eine Erinnerung an ihre Verlobung.

Abbildung 3 zeigt ein Gemälde aus dem Jahre 1958 von unserem Wohnhaus.
Zu der Zeit waren wir Kinder zwischen 10 und 15 Jahre alt. Es ist meine Kindheitsheimat.



Abbildung 1  
Abbildung 2
 
Abbildung 3

 

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Abbildungen 4 bis 8 zeigen Stadien der Bildentwicklung von „Giselas Welt“.

Abbildung 9 ist das vollendete Gemälde


Abbildung 4  
Abbildung 5
 
Abbildung 6

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Abbildung 7  
Abbildung 8
 
Abbildung 9

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Mein Vater schrieb folgendes über den Entstehungshintergrund von „Giselas Welt“:

"Als das Bild „Giselas Welt“ (Nr.2155/2006; 100 x100cm; Acryl auf Hartfaser) entstand, war ich 93 Jahre alt. Dreiundachzigjährig war meine Frau kürzlich gestorben. Da sah ich sie eines Nachts im Traum, jung wie vor 50 Jahren. Sie lag zu Bett und schlief, jedoch mit offenen Augen. Sie sah mich und hörte mich, ohne aufzuwachen. Der Anblick erregte mich so sehr, dass ich aufwachte. An einem der nächsten Tage skizzierte ich meine junge Frau inmitte der Dinge ihrer damaligen hohen Lebenszeit, umgeben von unserem Haus und Garten. Nahe ihrem Herzen unser Sohn Klaus an der Orgel; mit Irmgards Hund und Gertruds Roller unsere beiden Töchter; sichtbar im Fenster meine Staffelei. Ein Arm kommt hervor, dessen Hand in die ihre greift (vergleiche "Diamantene Hochzeit" (1892-02) in dieser Ausstellung). Giselas letztes Geschenk an mich, eine Uhr, die mich morgens mit einem Musikstück wecken sollte und noch immer weckt. – Diese Vielfalt zu einer Einheit zu verbinden wurde mir Anreiz der Malerei."

 

 

Video vom konzentrierten und sehr intimen Prozess des Malens beobachten.
(4:45 min )
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